Corporate Identity:

Gelebte Werte sind für viele Praxen und Labore ein wichtiges, vielleicht sogar das zentrale Alleinstellungsmerkmal. Sie bieten verlässliche Orientierung, Transparenz und schaffen so Vertrauen in das Unternehmen. Ganz nebenbei erhöhen sie die Bindung zu Patienten und Mitarbeitern.

 

Von 100 Arbeitnehmern haben nur 16 Prozent eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber, 68 Prozent eine niedrige und weitere 16 Prozent gar keine. Zu diesem erschütternden Ergebnis kommt das Gallup Institut in seinem Engagement Index 2015.

 

Welche Mittel und Wege müssen Unternehmen also finden, um sich von Mitbewerbern abzuheben und als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen und auch langfristig wertgeschätzt zu werden?

 

Bei unseren Beratungsaufträgen für medizinische Unternehmen werden wir immer wieder mit Reaktionen von Mitarbeitern auf Änderungen im äußeren Erscheinungsbild ihrer Arbeitgeber konfrontiert und stellen fest: Die Identität eines Unternehmens spielt hier eine zentrale Rolle.

 

Vorbei sind die Zeiten, in denen Mitarbeiter angestellt wurden, um eine Tätigkeit auszuüben. Heute haben Betriebe das Ziel, die Mitarbeiter langfristig zu binden und sie aktiv in die Abläufe in Praxis oder Labor einzubeziehen. Sie möchten die Stärken und Schwächen ihrer Mitarbeiter und auch deren Lebensphasen berücksichtigen.

Corporate Identity (CI) ist deshalb auch in Sachen Mitarbeiterzufriedenheit ein Instrument, das keine Praxis außer Acht lassen sollte.

 

Doch es geht nicht nur um die Mitarbeiter.
Auch neuen Kunden, Partnern und Dienstleistern sollten Betriebe in einem einheitlichen und klaren Bild vermitteln, was sie von anderen unterscheidet: Sind sie eher “jung und innovativ” oder eher “qualitätsorientiert und konservativ”? Besteht soziales Engagement? All diese Fragen sollte die CI in folgenden Segmenten beantworten:

  1. Im Erscheinungsbild (Corporate Design)
  2. Im Inhalt (Corporate Behaviour)
  3. In der Kommunikation (Corporate Communication)

 

  1. Corporate Design

Das Corporate Design ist in der Öffentlichkeit am deutlichsten wahrnehmbar. Es umfasst alle optischen Elemente, mit denen das Unternehmen sich darstellt, etwa seine Webseite und Broschüren, Briefpapier, Arbeitskleidung, Werbung an Gebäuden und Firmenfahrzeugen oder kleinen Kundengeschenken.

Um eine möglichst hohe Wiedererkennung sicherzustellen, sollten alle Elemente wie das Logo, die Schrift, die Farben und auch die Bilderwelten gleichbleibend einheitlich eingesetzt werden.

 

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  1. Corporate Behaviour

Das Corporate Design transportiert die Unternehmensidentität, es begründet sie nicht. Das Corporate Behaviour ist als das Fundament einer Unternehmenskultur zu sehen. Es legt die Verhaltens- und Handlungsweise im Unternehmen fest, wie etwa den Umgang des Mitarbeiters mit Kollegen, aber auch mit Patienten und Partnerunternehmen.

Dazu gehört auch ein Feedbacksystem, das Patienten und Mitarbeiter zu ihrem Eindruck des Unternehmens befragt. Oder das Beschwerdemanagement.

Reagiert eine Praxis offen, verständnisvoll und konstruktiv auf Beschwerden von Patienten, fühlen diese sich in ihrem Unmut akzeptiert und respektiert.

Ein verständnisvoll behandelter Patient wird der Praxis eher die Treue halten, auch wenn es einmal nicht optimal gelaufen ist.

Auch Aspekte wie Umweltbewusstsein und Ethik fließen in diesen Bereich mit ein. Für Mitarbeiter kann es ein entscheidendes Kriterium sein, ob das Sozialverhalten des potenziellen Arbeitgebers mit den eigenen Werten korrespondiert.

 

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  1. Corporate Communication

Eng mit dem Verhalten hängt auch die Kommunikation zusammen. Sie drückt die Umsetzung der CI nach innen und außen aus und richtet sich an Partner und Branchenvertreter, an Patienten und natürlich an die Mitarbeiter.

Die Kommunikation startet bei der Erreichbarkeit per E-Mail und Telefon, der Begrüßung am Empfang und reicht bis hin zu Terminbestätigungen und -erinnerungen oder Newslettern und Weihnachtsgrüßen. Die gleiche Sorgfalt sollten Betriebe auch mit den Mitarbeitern walten lassen.

Ist eine Außenkommunikation gefragt? Regionale Medien berichten nicht von alleine über ein Labor oder eine Praxis und dessen Sommerfest. Unter Umständen bedarf es besonderer Leistungen, einer aktuellen Prämierung oder eines regionalen Sponsorings, um ihr Interesse zu wecken. Relevant sind hier auch besondere Aktivitäten im Umweltverhalten oder in der Materialnutzung.

 

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Fazit

Eine definierte und gepflegte Unternehmensidentität bietet den Mitarbeitern Identifikationsfläche und verhilft zu einer Bindung, die deutlich über die monatliche Gehaltsabrechnung hinausgehen wird. Durchdachte Unternehmensgrundsätze, die sich in einer stringenten Außendarstellung wiederspiegeln tragen nachweislich zur Steigerung von Motivation, Leistung und Zufriedenheit der Mitarbeiter bei.